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Sonntag, 23. Oktober 2011

23. Okt – biblische Konfliktbewältigung


Die Predigt in der Arche Lübeck heute ging um das Thema: Dürfen Christen streiten? – Biblische Konfliktbewältigung

Es kommt zu einem Konflikt, wenn:

  • Erwartungen nicht erfüllt werden
  • Wünsche nicht geäußert werden
  • Ärger nicht genannt wird
  • Probleme nicht besprochen werden
  • Kummer still ertragen wird
  • Tränen heimlich geweint werden
  • durch unterschiedliche Wahrnehmung derselben Situation
  • durch Konkurrenz
  • wenn es nicht übereinstimmt, was wir Denken, was wir sagen und was wir tun
Jeder von uns hat Konflikte! Wir müssen lernen, richtig mit ihnen umzugehen!

Anderssein - Grund für viele Konflikte

Z.B. Nähe-Distanz-Problem (Nähe-Typ -Distanz-Typ) Was bist du?

In der Gemeinde wird das vergeistlicht:

Nähe-Typ: "Wenn wir eine gute Gemeinschaft wären, dann würden wir viel öfter etwas zusammen machen."

Klingt überzeugend, aber ist oft ein Druckmittel, um die eigenen Bedürfnisse durchzusetzen!

Wenn jemand das Bedürfnis hat, Sonntag nachmittags alleine auf sein Sofa zu sitzen... dann wird er als ungeistlich verurteilt.

Freude an der Gemeinschaft zu haben ist nicht falsch! Aber wenn du "dein Maß" von allen erwartest, dann ist es falsch.

Das ist eine Herausforderung für jede Ehe, Gruppe, Gemeinde – und ein riesiges Konfliktpotential, weil es zu furchtbarem Unwohlsein führt, wenn man zu sehr gegen seinen Charakter gezwungen wird.

Das Problem beim Namen nennen

Was ausgesprochen wird, verliert oft seine Macht und seine Starrheit

Wie lange dauert es oft, bis jemand sagt, was ihn wirklich stört!

Wie oft wird erwartet, dass die anderen meine Probleme erkennen, ohne dass ich sie nenne!

Gedacht bedeutet noch lange nicht gesagt
...gehört
...verstanden
...einverstanden
...gekonnt
...angewandt
...beibehalten

Alle müssen ihren Beitrag leisten

Der Konflikt kann nur gelöst werden, wenn: alle dabei sind, mithelfen und verantwortlich sind!

Wenn sich etwas ändern soll, musst du dich ändern – den anderen kannst du nicht verändern!:

Man kann einen erwachsenen Menschen in aller Regel nicht verändern.

Man hat selbst alle Chancen, sich zu verändern.

Wo ist mein Anteil am Konflikt, mein Fehler, mein Beitrag zur Lösung?

Gelöste Konflikte setzen neue Kräfte frei

Ich bin nicht traurig über Konflikte ... das ist Leben!

Chance: Bewegung (Erstarrung ist schlimmer!)

Eine Auseinandersetzung, bei der jeder seine Meinung gesagt hat und niemand das Gesicht verloren hat und gemeinsame der weitere Weg gesucht wurde ist die Grundlage für eine positive Entwicklung!

Eine Gemeinde, in der es keine Konflikte gibt, ist eine tote Gemeinde!

Eine Gemeinde, in der Konflikte genannt und gelöst werden – in Liebe und Respekt voreinander und mit der Führung durch den Heiligen Geist – ist eine lebendige, starke Gemeinde. Sie ist bereitet für die Herausforderungen der Gesellschaft und der Zukunft.

Hier kannst du die Predigt auch hören

Sonntag, 14. März 2010

14. März - Konflikteskalation nach Glasl


Unsere Seelsorgeschulung ging heute weiter mit dem Thema Konflikt uund wir haben uns mit dem Konflikteskalation nach Friedrich Glasl beschäftigt.

Glasl stellt ein Modell zur Verfügung, um Konflikte besser analysieren und während ihres Verlaufes besser reagieren zu können. Das Modell hat neun Stufen, welche sich in drei Ebenen mit jeweils drei Abstufungen teilen.

Glasl stellt "die Eskalation in seinem neunstufigen Modell nicht als einen Anstieg zu immer höheren Eskalationsstufen dar, sondern als einen Abstieg zu immer tieferen, primitiveren und unmenschlicheren Formen der Auseinandersetzung....(die) mit einer zwingenden Kraft in Regionen führt, die grosse, 'unmenschliche Energien' aufrufen, die sich jedoch auf die Dauer der menschlichen Steuerung und Beherrschung entziehen."

In der ersten Ebene können beide Konfliktparteien noch gewinnen (Win-Win). In der zweiten Ebene verliert eine Partei, während die andere gewinnt (Win-Lose) und in der dritten Ebene verlieren beide Parteien (Lose-Lose).



Interessanterweise kann man die unterschiedlichsten Konflikte damit analysieren: Scheidungen, Konflikte zwischen Kollegen oder Schülern und auch Konflikte zwischen Staaten.

1. Ebene (Win-Win)

  • Stufe 1 – Verhärtung
    Konflikte beginnen mit Spannungen, z. B. gelegentliches Aufeinanderprallen von Meinungen. Es ist alltäglich und wird nicht als Beginn eines Konflikts wahrgenommen. Wenn daraus doch ein Konflikt entsteht, werden die Meinungen fundamentaler. Der Konflikt könnte tiefere Ursachen haben.

  • Stufe 2 – Debatte
    Ab hier überlegen sich die Konfliktpartner Strategien, um den Anderen von ihren Argumenten zu überzeugen. Meinungsverschiedenheiten führen zu einem Streit. Man will den Anderen unter Druck setzen.

  • Stufe 3 – Taten statt Worte
    Die Konfliktpartner erhöhen den Druck auf den jeweils Anderen, um sich oder die eigene Meinung durchzusetzen. Gespräche werden z. B. abgebrochen. Es findet keine Kommunikation mehr statt und der Konflikt verschärft sich schneller.

2. Ebene (Win-Lose)
  • Stufe 4 – Koalitionen
    Der Konflikt verschärft sich dadurch, dass man Sympathisanten für seine Sache sucht. Da man sich im Recht glaubt, kann man den Gegner denunzieren. Es geht nicht mehr um die Sache, sondern darum, den Konflikt zu gewinnen, damit der Gegner verliert.

  • Stufe 5 – Gesichtsverlust
    Der Gegner soll in seiner Identität vernichtet werden durch alle möglichen Unterstellungen oder ähnliches. Hier ist der Vertrauensverlust vollständig. Gesichtsverlust bedeutet in diesem Sinne Verlust der moralischen Glaubwürdigkeit.

  • Stufe 6 – Drohstrategien
    Mit Drohungen versuchen die Konfliktparteien, die Situation absolut zu kontrollieren. Sie soll die eigene Macht veranschaulichen. Man droht z. B. mit einer Forderung (10 Mio. Euro), die durch eine Sanktion („Sonst sprenge ich Ihr Hauptgebäude in die Luft!“) verschärft und durch das Sanktionspotenzial (Sprengstoff zeigen) untermauert wird. Hier entscheiden die Proportionen über die Glaubwürdigkeit der Drohung.

3. Ebene (Lose-Lose)
  • Stufe 7 – Begrenzte Vernichtung
    Hier soll dem Gegner mit allen Tricks empfindlich geschadet werden. Der Gegner wird nicht mehr als Mensch wahrgenommen. Ab hier wird ein begrenzter eigener Schaden schon als Gewinn angesehen, sollte der des Gegners größer sein.

  • Stufe 8 – Zersplitterung
    Der Gegner soll mit Vernichtungsaktionen zerstört werden.

  • Stufe 9 – Gemeinsam in den Abgrund
    Ab hier kalkuliert man die eigene Vernichtung mit ein, um den Gegner zu besiegen.
Deeskalations- und Konfliktlösungsstrategien

Das Modell beschreibt, wie sich zwei Konfliktparteien verhalten. Glasl weist den verschiedenen Eskalationsstufen jedoch folgende Strategiemodelle zur Deeskalation zu:

  • Stufe 1–3: Moderation
  • Stufe 3–5: Prozessbegleitung
  • Stufe 4–6: sozio-therapeutische Prozessbegleitung
  • Stufe 5–7: Vermittlung / Mediation
  • Stufe 6–8: Schiedsverfahren / Gerichtliches Verfahren
  • Stufe 7–9: Machteingriff
Die Fähigkeit zum weltbild- und wertfreiem Erkennen und Eliminieren von konfliktnährenden Kräften zum Zwecke einer Konfliktdeeskalation bietet insbesondere Führungskräften, Beratern und Sozialarbeitern große Vorteile.


Freitag, 14. August 2009

14. August - Besser mit Konflikten umgehen

Heute habe ich bei Mikropartner in Hamburg über Konflikte unterrichtet und wie wir besser damit umgehen.

Hier sind einige meine Punkte:

Konflikte können nützlich sein
Wo immer es zu einem Konflikt kommt, da besteht Klärungsbedarf und gleichzeitig immer auch die Chance zur Lösung des Konflikts. Wenn es zu Streits und Auseinandersetzungen kommen, treffen unterschiedliche Interessen aufeinander. Geraten wir mit jemand aneinander, können wir viel über uns und auch über andere Sichtweisen lernen.

Wir müssen lernen besser mit Konflikten umzugehen
Viele von uns neigen aus Unsicherheit oder Angst dazu, in Konfliktsituationen kopflos und emotional zu reagieren. Und gerade diese Emotionalität führt oft genau dazu, dass wir z.B. Dinge sagen, die wir später bereuen oder dass wir uns ganz anders benehmen, als wir eigentlich wollen.

Tipps für das Verhalten in Konfliktsituationen

  • Signalisiere Verhandlungsbereitschaft
  • Zeige Verständnis
  • Es geht nicht um die Schuldfrage
  • Nicht immer wird dein Konfliktpartner freundlich sein
  • Beharre nicht auf deinem eigenen Standpunkt
  • Gleiches mit Gleichem zu vergelten, bringt nicht weiter
  • Ein Gegenangriff verstärkt nur einen Konflikt
  • Bleibe respektvoll, auch wenn es schwer fällt
  • Ignorieren verstärkt das Problem
  • Zuständigkeit verneinen, erhöht den Ärger des Gegenübers
  • Nehme das Problems deines Gegenübers an
  • Gemeinsamkeiten schaffen Brücken
  • Höre deinem Gegenüber zu
  • Gemeinsamkeiten gibt es eigentlich immer
  • "Es tut mir Leid" kann manchmal weiter helfen
  • Entschuldige dich, wenn es angebracht ist
  • Entschuldigungen besänftigen deinen Gegenüber

Konflikte sind immer eine Chance für uns, dazuzulernen
Auch in vielen anderen Konfliktsituationen könnten Sie z.B. sagen: "Ich habe das so noch nicht gesehen. Vielleicht können wir das Problem gemeinsam lösen?". Eine solche Reaktion vereinigt alle zuvor genannten Tipps. Natürlich ist auch das keine Garantie für die Lösung eines Konfliktes, aber einen Versuch ist es wert.

Hier bei zeitzumleben.de habe ich mich für dieses Thema inspirieren lassen