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Montag, 6. August 2012

06. August – KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Gestern auf dem Weg nach Hause von Lauenburg habe ich schon wieder das Schild für die KZ-Gedenkstätte Neuengamme gesehen.

Einige Mal zuvor wollte ich anhalten, aber entweder hatte ich Zeitdruck oder das Wetter war sehr schlecht oder es gab andere Gründe es nicht zu tun. Dieses Mal war es trocken und ich hatte keine weiteren Termine – also bog ich ab und fuhr hin.

Mehr als 100.000 Opfer des Nationalsozialismus waren in Neuengamme zwischen 1938 und 1945 inhaftiert und von denen mehr als 40.000 Menschen starben.

Erst seit 2005 besteht auf dem Gelände die KZ-Gedenkstätte Neuengamme als Ausstellungs-, Begegnungs- und Studienzentrum. Denn von 1948 bis einschließlich 2006 wurden Gelände und Gebäude von der Stadt Hamburg für den Strafvollzug mit zwei Gefängnissen benutzt.

Aber schon am Rande des Geländes entstand 1965 ein Internationales Mahnmal und 1981 ein Ausstellungsgebäude. Nach der Schließung der Gefängnisse 2003 und 2006 wurde die KZ-Gedenkstätte als Einrichtung der Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg eröffnet.

Die Gedenkstätte befindet sich auf dem 55 Hektar großen historischen Gelände und umfasst unter anderem eine Hauptausstellung in einem ehemaligen Häftlingsblock sowie ein Studienzentrum in einem weiteren ehemaligen Häftlingsblock, mehrere Gebäude, Gebäudereste, Fundamente und Rekonstruktionen ehemaliger Lagereinrichtungen. Dazu kommen ehemalige Produktionsstätten, insbesondere das Klinkerwerk und die Walther-Werke, ein Hafenbecken und einen Stichkanal zur Doven Elbe, verschiedene Mahnmale und Denkmalgruppen sowie ein Haus des Gedenkens.

Erschlossen wird das gut ein Kilometer lange und etwa 400 Meter tiefe Gelände durch ein Wegenetz, das in verschiedenen Rundwegen begangen werden kann.

Samstag, 29. Oktober 2011

29. Okt – KZ Gedenkstätte Kaltenkirchen


Jeder Freitagnachmittag fahre ich von Wedel nach Bad Barmstedt und damit an der KZ Gedenkstätte an der B5 vorbei. Gestern hatte ich endlich Zeit auch anzuhalten.

Nach 1945 legte sich über Kaltenkirchen der Schleier des Vergessens. Die Spuren verschwanden. Offensichtlich sollte die Erinnerung an das KZ-Außenlager in Springhirsch ausgelöscht werden.


An der vermuteten Stelle wuchs ein „Wald des Vergessens“, nichts wies hier auf die Existenz des ehemaligen KZ-Außenkommando Kaltenkirchen in Springhirsch hin. Da wurde zufällig 1994 eine überwucherte Betonplatte im Waldboden gefunden. Dies führte zu einer systematischeren Suche und zur Entdeckung der Fundamente des Waschraumes und der Latrine des Lagers.

Damit bot es sich naturgemäß an, an dieser Stelle eine KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen in Springhirsch zu errichten. Seit 1995 befindet sich die Gedenkeinrichtung in ständigem Ausbau.

Als 1944 erste Jagdflugzeuge mit Düsenantrieb aufkamen, musste die Start- und Landebahn des Flugplatzes in Kaltenkirchen verlängert werden, damit die neuen Jagdflugzeuge starten und landen konnten. Die Luftwaffenführung forderte billige Hilfskräfte an und die SS lieferte sie, KZ-Häftlinge aus dem KZ-Neuengamme. Der KZ-Außenkommando Kaltenkirchen in Springhirsch bestand vom Spätsommer 1944 bis zum Frühjahr 1945.

So entstand im Spätsommer das KZ-Außenkommando Kaltenkirchen. Das System der Konzentrationslager hatte anfangs der Ausschaltung der politischen Gegner gedient und führte nun während des Krieges Arbeitskräfte der Kriegswirtschaft zu, verbunden mit dem Zweck der „Vernichtung durch Arbeit“.

Über 500 KZ-Häftlinge aus Neuengamme wurden zu den Arbeiten für die Verlängerung der Start- und Landebahn in Kaltenkirchen eingesetzt. Die Häftlinge kamen aus vielen europäischen Ländern. Die meisten waren Russen, Polen und Franzosen. Da die Sterberate sehr hoch war, wurden die „Abgänge“ immer wieder durch Neuzuführungen aus dem KZ-Neuengamme aufgefüllt.

Nach massiven Bombenangriffen durch alliierte Bomber wurde das Lager am 16. April 1945 geräumt. Die Häftlinge wurden mit der AKN ins Lager Wöbbelin überführt, wo die Bedingungen für sie noch grausamer waren als in Kaltenkirchen.

Freitag, 14. Oktober 2011

14. Okt - KZ Wöbbelin


Mona und ich feiern an diesen Wochenende unsere 1. Hochzeitstag in Mecklenburg-Vorpommern. Sie hat diese Woche sowieso Urlaub und ich habe zwei von meine vier Kurs heute ausfallen lassen – damit wir auch gemeinsam viel Zeit verbringen können.

Als ich in Wedel unterrichtet habe – dürfte Mona im Elbe Einkaufszentrum Shopping gehen. Danach habe wir lecker bei Schweinske in Itzehoe gegessen.

Dann fuhren wir am Freitagnachmittag quer durch den Hamburger Feierabend Stau zielstrebig zum A24. Beim Ausfahrt Ludwigslust sind wir abgefahren. Da hat uns einen Schild „KZ Gedenkstätte“ neugierig gemacht und wir haben halt gemacht beim

Das Konzentrationslager Wöbbelin war ein temporäres Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme und diente als Auffanglager nach der Auflösung anderer Lager. Es befand sich zwischen Wöbbelin und Ludwigslust und existierte zehn Wochen – vom 12. Februar 1945 bis zum 2. Mai 1945.

Nur etwa 500 Meter vom Standort des späteren KZ-Außenlagers Wöbbelin entfernt befand sich bereits seit dem Spätsommer 1944 ein kleines Konzentrationslager, welches aus Holzbaracken bestand und gelegentlich auch als Lager Reiherhorst bezeichnet wurde.
Am 15. Februar 1945 wurde ein erster Transport von 700 Häftlingen aus Neuengamme im Lager Reiherhorst, ein kleines Konzentrationslager mit Holzbaracken und nur 500 Meter entfernt, untergebracht.

Diese Gefangenen wurden vorwiegend zur Fertigstellung des größeren Hauptlagers eingesetzt, das ursprünglich für britische und amerikanische Kriegsgefangene geplant war. Die Häftlinge zogen noch vor Abschluss der Arbeiten Anfang April 1945 in das neue Lager um.

Nachdem das Konzentrationslager somit in Betrieb war, diente es als Auffanglager für die so genannten „Evakuierungstransporte“, zutreffender Todesmärsche, also für Häftlinge, die aus bereits "geräumten" Konzentrationslagern von der SS deportiert worden waren.

Hauptsächlich betraf dies Gefangene aus anderen Außenlagern von Neuengamme. Aber auch aus entfernteren Lagern wie dem Konzentrationslager Auschwitz wurden Transporte (über Zwischenstationen) ins Lager Wöbbelin geschickt.

Der weitere Aufbau des Lagers wurde ab April 1945 eingestellt und das einzige organisiert arbeitende Kommando war ab dieser Zeit ein Leichenkommando, welches sich um die Beseitigung der Toten kümmern musste.

Aufgrund des Vormarsches der alliierten Armeen musste auch Wöbbelin bald wieder aufgegeben werden. Planungen zur Evakuierung wurden bereits Ende April 1945 getroffen.

Am 1. Mai 1945 wurden die transportfähigen Häftlinge in einen Güterzug verladen, der aus ungeklärten Gründen aber nie abfuhr. Während die zur Deportation bestimmten Häftlinge in den Zug verladen wurden, durchsuchte die SS-Wachtruppe das Lager und erschoss all jene, die sich zu verstecken suchten, wobei die Kranken und nicht transportfähigen, die ohnehin zurückgelassen werden sollten, verschont blieben.

Nach 24 Stunden in den vollgestopften Waggons wurden die Häftlinge aus dem Güterzug am 2. Mai wieder zurück ins Lager getrieben. Dort wurde eine Marschkolonne zusammengestellt, die in Richtung Schwerin aufbrach. Die SS-Wachen gaben die Kolonne jedoch auf, als sie ihre chancenlose Unterlegenheit gegen die näher kommenden Amerikaner einsahen.

Im Lager selbst wurden etwa 3500 Menschen zurückgelassen – größtenteils die so genannten „Muselmänner“. Auch die verbliebenen SS-Männer im Lager setzten sich aus Angst vor den Amerikanern ab.

Sie statteten vorher noch einige Kapos mit Gewehren aus, um die Häftlinge in Schach zu halten. Am Mittag des 2. Mai 1945 wurde das Außenlager Wöbbelin schließlich von Soldaten der 82. US-Luftlandedivision der United States Army befreit.

Schockiert von den vorgefundenen Zuständen, ordnete der Divisionskommandant Gavin an, dass Zivilisten der umliegenden Orte die Massengräber im Umkreis des Lagers zu öffnen und die Leichen der Häftlinge in Einzelgräbern zu bestatten hätten. Aus jedem Haushalt der Stadt musste mindestens eine Person an der Beerdigung teilnehmen.

Nachdem Wöbbelin ab April 1945 als Auffanglager diente, stellte die SS praktisch jedwede Versorgung des Lagers ein. Wöbbelin wurde damit zu einem Sterbelager; die SS tötete (primär) nicht direkt durch Gewalt, sondern überließ die Gefangenen dem Tod durch Hunger, Krankheit und Entkräftung, ein Vorgehen, das als „indirekte Massenvernichtung“ bezeichnete.

Die Verpflegung bestand aus einer Tagesration von einem Kilogramm Brot für zehn Gefangene und einem halben Liter Suppe, wobei diese aus dem Wasser der einzigen Pumpe im Lager hergestellt wurde. Dieses Wasser stammte aus einem Brunnen, der in Verbindung zu einem Massengrab in der Nähe stand. Die Überlebenden berichteten später, dass das Wasser ungenießbar war und diejenigen, die es tranken, krank wurden.

Da die Unterkunftsbaracken nicht über das Rohbau-Stadium hinausgekommen waren, mussten die Häftlinge auf dem Ziegelboden schlafen, es gab weder Betten noch Öfen.

In der kurzen Zeit seines Bestehens war das Lager Wöbbelin Station für über 5000 Opfer des Hitler-Regimes. Die Häftlinge kamen aus 16 Nationen, über 1000 von ihnen überlebten die 10-wöchige Existenz von Wöbbelin nicht.

Sehr betroffen fuhren wir weiter nach Ludwigslust um haben diese toll aussehende aber ausgestorben wirkende Stadt angeschaut.