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Samstag, 26. November 2011

26. Nov - Zehn Regeln des Menschseins


Ich habe vor Wochen folgendes gefunden und für gut gefunden um es dann hier auch zu veröffentlichen.

Hier sind zehn sehr weise Regeln der Menschheit, die als Denkanstoß dienen soll.

Regel Nr. 1: Jeder Mensch erhält einen Körper
Zu Beginn des Lebens erhält jeder Mensch einen Körper. Auf die Auswahl dieses Körpers haben Sie keinerlei Einfluss. Sie können Ihren Körper mögen oder nicht mögen – Sie werden ihn in jedem Fall für die Dauer Ihres Lebens behalten. Diese Körper wird ihnen vielerlei Dinge ermöglichen, er ist deshalb sehr wertvoll.
Sie können ihn vernachlässigen und Sie können ihn gut pflegen. Je mehr Sie für Ihren Körper tun, desto mehr wird mit ihm möglich sein.

Regel 2: Sie werden Lektionen lernen
Von Beginn Ihrer Existenz an sind Sie in einem Vollzeit-Kurs der Schule des Lebens eingetragen. Sie bekommen jeden Tag erneut die Chance, in dieser Schule bestimmte Lektionen zu lernen. Die Lehrer und die Lernsituationen variieren ständig. Sie können die Lektionen gut finden oder nicht – was Sie zu lernen haben, entscheidet die Schule des Lebens.

Regel 3: Es gibt keine Fehler, sondern nur Lektionen
In der Schule des Lebens können Sie keine “Fehler” machen. Der Lebenskurs zielt auf Wachstum und Entwicklung ab und dieser Prozess wird vor allem durch Versuch und Irrtum vorangetrieben. Alles, was Sie tun, bringt Sie weiter, wenn Sie bereit sind, die Lektionen zu erkennen und anzunehmen. Es ist ratsam, nicht ständig “mehr vom Gleichen”, sondern besser verschiedene Strategien auszuprobieren.

Regel 4: Eine Lektion wird solange wiederholt, bis sie gelernt wird
Die Schule des Lebens setzt Ihnen eine Lektion so lange vor, bis Sie sie erlernen. Dafür wählt die Schule des Lebens unter Umständen vollkommen unterschiedliche Herausforderungen für Sie aus – aber die Lektion ist dieselbe, bis Sie sie beherrschen. Je mehr Sie sich gegen eine Lektion wehren, desto länger wird es dauern, sie zu erlernen. Deshalb ist es in der Regel besser, eine Lektion anzunehmen.

Regel Nr. 5: Das Lernen von Lektionen hört nie auf
Es gibt in der Schule des Lebens keinen Bereich, der ohne Lektionen ist und Ihre Teilnahme am Lebenskurs ist lebenslang. Alles im Leben dient dazu, dass Sie etwas lernen. So lange Sie lebendig sind, werden die Lektionen, die es für Sie zu erlernen gibt, nicht aufhören.

Regel Nr. 6: “Dort” ist nicht besser als “hier”
Leben findet immer “hier” statt. Häufig sieht jedoch ein “dort” besser aus als das “hier” und das Leben scheint dort einfacher zu sein als hier. Das ist eine Illusion. Jedes “dort” kann für Sie zwar zu einem “hier” werden, aber es wird dann ein weiteres “dort” wieder besser aussehen als das “hier”.

Regel 7: Andere Menschen sind Ihre Spiegel
Ihre Mitmenschen sind nichts als Spiegel Ihrer selbst. Was immer Sie an anderen Menschen wahrnehmen, hat etwas mit Ihnen zu tun und kann Ihnen dazu dienen, etwas über sich selbst zu lernen. Nutzen Sie diese Möglichkeit.

Regel Nr. 8: Was Sie aus Ihrem Leben machen, liegt bei Ihnen
Sie bekommen alles, was Sie für Ihr Leben brauchen – alle Ressourcen, Fähigkeiten u.ä. – bereits mitgeliefert. Es liegt allein an Ihnen, was Sie daraus machen. Ihr Leben kann und wird kein anderer für Sie leben. Deshalb sollten Sie Ihr Leben als Chance sehen und nutzen.

Regel Nr. 9: Alle Antworten liegen in Ihnen selbst
Alle Antworten auf Ihre Fragen liegen in Ihnen selbst. Sie müssen Sie nur finden. Sie können andere Menschen, die Umstände oder was auch immer befragen, aber die Antworten finden Sie letztlich immer nur in sich selbst. Es bedarf viel Mut, sich selbst die Fragen zu stellen, die einem auf der Seele brennen und es bedarf auch viel Mut, sich die Antworten anzuhören.

Regel Nr. 10: Sie werden alle diese Regeln vergessen haben
Die letzte Regel ist bitter: Wir haben all diese Regeln vergessen und müssen sie uns mühsam wieder selbst erarbeiten. Vielleicht helfen Ihnen ja diese Zeilen dabei.

Von Tania Konnerth

Samstag, 20. Februar 2010

20. Feb - Rituale


Heute bei dem Seelsorgekurs haben wir über die Bedeutung von Rituale gesprochen.
Denn mit Hilfe von Ritualen sollen Ordnungen wiederhergestellt werden, wo sie nicht mehr als Struktur vorhanden sind.

Aber was genau sind Rituale – ich habe heute echt meine Probleme gehabt diesen (für mich) nebulösen Begriff klar zu definieren. Wo und was sind dann die Unterschiede zwischen Riten, Bräuche, Ritualen und Gewohnheiten bzw. Regeln – und wo spielen Förmlichkeiten, Konventionen und Etiketten eine kulturellen relevanten Rolle?

Der Soziologe Karl Gabriel definiert Rituale als „stilisierte, wiederholbare Handlungen an den typischen Übergängen und Brüchen des modernen Alltags“. Mit dieser Definition sagt Gabriel eigentlich, dass Rituale gesunde Gewohnheiten für die Seele sind. Denn manche Menschen sagen die Seele des Menschen wohnt in Gewohnheiten und Rituale geben der Seele eine Heimat. Es sind gesunde Gewohnheiten für das Denken, Fühlen, Wollen und Entscheiden. Rituale geben dem Menschen Sicherheit, weil sie ihm vertraut sind und eine Art Gerüst geben. Daher kann es sinnvoll sein, Gewohnheiten für sich zu entdecken und zu pflegen.

Bestandteile von Ritualen - nach Imber-Black (1993) haben Rituale folgende Bestandteile:

  • die Wiederholung: eine bestimmte Handlung wird ähnlich mehrfach begangen
  • das Besondere: das Tun wird aus dem Alltäglichen herausgehoben
  • die Ordnung: sie haben einen definierten Anfang und ein definiertes Ende
  • die Sinnträchtigkeit: sie drücken einen Sinn aus, der über die bloße Handlung hinausweist
  • das Tun: es wird nicht nur geredet
  • das Kollektive: sie werden gemeinsam vorbereitet und ausgeführt
Tony Campolo hat mal gesagt, wenn man etwas über die Kraft von Ritualen lernen will, muss man den Islam studieren. Oder als Protestant die katholische Kirche. (lach!)

Brian McLaren hat es so definiert: Ein Ritual ist etwas, das ich tue, ob ich mich danach fühle oder nicht, weil es mich an das bindet, wofür es steht. Oft ist das Zusammengehörigkeit und wahrscheinlich haben (und brauchen) alle Gruppen ihre Rituale.

Wikipedia sagt: Ein Ritual ist eine nach vorgegebenen Regeln ablaufende, meist formelle und oft feierlich-festliche Handlung mit hohem Symbolgehalt. Sie wird häufig von bestimmten Wortformeln und festgelegten Gesten begleitet und kann religiöser oder weltlicher Art sein (z. B. Gottesdienst, Begrüßung, Hochzeit, Begräbnis, Aufnahmefeier usw.). Ein festgelegtes Zeremoniell (Ordnung) von Ritualen oder rituellen Handlungen bezeichnet man als Ritus.

Laut C. G Jungs haben Rituale drei verschiedene Funktionen

  • Sie transformieren Lebensenergie in geistige Energie
  • Sie stiften Sinn
  • Sie haben eine heilende Wirkung
Ritualen geben Identität weil sie Geborgenheit, Verbundenheit, Zugehörigkeit und das Gefühl von Heimat vermitteln, weil sie einen Ausdruck der Lebenskultur und Lebensgefühl sind.

Ritualen stiften in der menschlicher Miteinader und die individuellen Verhalten Sinn und geben Sicherheit im Umgang mit einander.

Ein Ritual ist normalerweise kulturell eingebunden oder bedingt. Es bedient sich strukturierter Mittel, um die Bedeutung einer Handlung sichtbar oder nachvollziehbar zu machen oder über deren alltägliche Alltagsbedeutung hinaus weisende Bedeutungs- oder Sinnzusammenhänge symbolisch darzustellen oder auf sie zu verweisen.

Indem Rituale auf vorgefertigte Handlungsabläufe und altbekannte Symbole zurückgreifen, vermitteln sie Halt und Orientierung. Das Ritual vereinfacht die Bewältigung komplexer lebenswestlicher Situationen, indem es durch die Wiederholung von sehr aufgeladene, krisenhafte Ereignisse in routinierte Abläufe überführt“. Auf diese Weise erleichtern Rituale den Umgang mit der Welt, das Treffen von Entscheidungen und die Kommunikation. Durch den gemeinschaftlichen Vollzug besitzen viele Rituale auch einheitsstiftenden und einbindenden Charakter und fördern den Gruppenzusammenhalt und die Verständigung untereinander.

Besonders die bedeutungsstiftende Kraft von Ritualen für den sozialen Zusammenhalt von Gruppen soll im therapeutischen Raum nutzbar gemacht werden. Auf symbolische Weise wird der Kern der Gesamtproblematik herausgearbeitet. Rituale und symbolische Handlungen (z. B. eine Versöhnungsgeste) unterstützen den Therapieerfolg etwa in der Familientherapie und können auch einen bindungsverstärkenden Einfluss in der Paarbeziehung ausüben.

Rituale ermöglichen darüber hinaus die symbolische Auseinandersetzung mit Grundfragen der menschlichen Existenz, etwa dem Bedürfnis nach zwischenmenschlicher Beziehung, dem Streben nach Sicherheit und Ordnung, dem Wissen um die eigene Sterblichkeit oder dem Glauben an eine transzendente Wirklichkeit (z. B. durch Freundschaftsrituale, Staatsrituale, Begräbnisrituale, Grabbeigaben).

Manchmal verkehren sich ihre Wirkungen aber auch ins Negative, Rituale werden als abgegriffen, überholt, sinnentleert oder kontraproduktiv empfunden und einer Ritualkritik unterzogen.

Ich möchte diesen Blog Eintragung beenden mit folgende Gedanken von C.v. Paczynski, aus dem Buch „Quelle zum Licht"

Wir brauchen Ritualen in unserer hektischen Zeit wahrscheinlich mehr denn je als Inseln des Rückzugs, der Sicherheit und Geborgenheit. Sie strukturieren unsere Zeit und damit unser Leben

Durch die ihnen eingepflanzte Ordnung, die immer gleichen Handlungsabläufe, vermitteln sie Beständigkeit. Rituale stellen Verbindungen her zwischen innen und außen, oben und unten, zwischen Mensch und Transzendenz, zwischen Mensch und Natur. Sie stiften Gemeinschaft und stellen den Einzelnen in einen größeren Sinnzusammenhang.

Rituale beinhalten Symbole, deren Sinn oftmals durch Worte nicht ausgedrückt werden und deren Wirkung daher nicht beschrieben werden kann. Die Symbolik bewusst erlebter Rituale verweist auf die Existenz anderer Dimensionen und Qualitäten von Zeit und Raum, sie verweist uns auf unsere gesamtmenschliche Vergangenheit und damit auf unsere Freiheit, den Erkenntnissen entsprechend unsere Zukunft zu gestalten.

Ich denke, die Rückbesinnung auf den Wert sinnvoller Rituale ist gerade in unserer Zeit unerlässlich. Nutzen wir doch die Kraft der Rituale für unser eigenes Leben wie auch für die Gemeinschaft. Beginnen wir damit, unsere Handlungen zu hinterfragen. Vielleicht gelingt es uns ja mit der Zeit, ritualisierte Handlungen und unbewusste Rituale im Alltag wieder mit Bewusstheit zu füllen, um ihnen einen neuen Sinn zu geben.