Posts mit dem Label Lagune werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Lagune werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 8. Juni 2014

08 Juni – Murano und Verona

Mona und ich haben heute beschlossen Venedig vom Wasser zu erleben und wir sind deshalb mit der Vaporetto 4.1 dahin gefahren. D.h. wir sind praktisch ein Mal um Venedig gefahren um nach Murano hin zu kommen.

Murano ist eine Inselgruppe nordöstlich der Altstadt von Venedig. Die Insel in der Lagune ist für ihre Glaskunst bekannt, lebt aber auch vom Tourismus. Ähnlich wie Venedig weist Murano eine Reihe von Kanälen auf, die von Brücken überspannt werden, die die Inseln miteinander verbinden. Murano gefiel uns viel besser als Venedig, da es nicht so überfüllt war.

Ende des 13. Jahrhunderts wurde hier die Glasproduktion konzentriert, die gegen Ende der Republik Venedig im Niedergang begriffen war. Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts kam es zu einer Neubelebung, die von der Kommune unterstützt wurde. Murano gehört erst seit 1924 zur Stadt Venedig.

Mutmaßlich über den Handel mit Byzanz, wo das Know-how nicht verloren gegangen war, kam die Technik über Venedig nach Mitteleuropa zurück. Somit kann Venedig als Wiege der mitteleuropäischen Glasherstellung angesehen werden. Aus Brandschutzgründen wurden 1295 alle Glasöfen von Venedig auf diese Insel verlagert. Vor allem diente diese Maßnahme jedoch dazu, das streng gehütete Geheimnis der Glasherstellung zu bewahren. Den gut bezahlten Glasbläsern war es unter Androhung der Todesstrafe verboten, ihr Wissen weiterzugeben.

In der Renaissance entwickelten sich die kunstvollen Glasprodukte des farblosen venezianischen cristallo zur Haupteinnahmequelle der Bevölkerung. Erhalten ist nur noch wenig; die Vielzahl der Formen und Dekore erschließt sich vor allem aus den Darstellungen auf Stillleben.

Spätnachmittags sind wir nach Verona gefahren. Die Stadt hat noch eine intakte Stadtmauer und damit ist es für Autofahrer herausfordert. Seit 2000 gehört die Altstadt von Verona zum Weltkulturerbe und zu Recht so da Verona in vorchristlicher Zeit um 550 ca. v. Chr. gegründet wurde und ab 90 v. Chr. eine römische Kolonie war.

Wir hatten das Vorrecht eine Parade aus verkleidete Menschen aus dem Mittelalter.

Umgeben ist die Arena von der Piazza Bra mit dem 1730 angelegten, gepflasterten Listone. Der breite Bürgersteig mit vielen Restaurants verläuft vor den Fassaden der Palazzi auf der Westseite des Platzes.

Das gut erhaltene und in das heutige Stadtbild mit einbezogene Amphitheater wurde wahrscheinlich unter Kaiser Tiberius um 30 n. Chr. erbaut. Es entstand ein halbes Jahrhundert vor dem Kolosseum in Rom (80 n. Chr.) und ist somit eines der frühesten Beispiele für ein von den Römern fortentwickeltes, in Form eines geschlossenen Ovals angelegtes Amphitheater. Das Bauwerk ist 138 m lang, 109 m breit und ist das nach dem Erhaltungszustand zweitgrößte Ampitheater neben dem Kolosseum in Rom. Die klassisch gegliederte Fassade besteht aus zweigeschossigen Arkadenbögen; man muss sich das Original jedoch mit einer zusätzlichen Außenmauer aus rosafarbenem Marmor vorstellen. Das Innere der Arena besteht aus 45 Sitzreihen, welche 45 cm hoch und 45 cm tief sind, mit heute etwa 22.000 Plätzen. Im Sommer finden in der Arena die berühmten Opernfestspiele statt.

Es ist schon schwierig über 2000 Jahre Geschichte auseinander zu halten.

Das um 1356 erbaute Castel Vecchio und die mit Zinnen bekrönte Festungsbrücke sind architektonische Meisterwerke. Zweck des Kastells und der Ponte Scaligero war es, den Fluchtweg der Scaliger zum anderen Ufer der Etsch zu sichern. Die dreibögige Ponte Scaligero war zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung 1356 mit einer Hauptspannweite von knapp 49 m die größte Segmentbogenbrücke der Welt.

Verona ist eine wunderschöne Stadt und sehr zu empfehlen.

Samstag, 7. Juni 2014

07 Juni – Sirmione und Venedig


Auf dem Weg nach Venedig haben wir Halt gemacht bei Sirmione , dass am Südufer des Gardasees liegt. Ein Teil der Ortschaft ist auf der Halbinsel gelegen, die in den See hineinragt.

Besonders waren wir von Scaligerburg (Castello Scaligero) beeindrückt. Die Scaligerburg mit einem großen Hafenbecken und einer Ringmauer schließt das Städtchen vom Festland ab. Die Scaliger wurden gebaut aus dem alten Römerkastell in Sirmione im 13. Jahrhundert mit den typischen Schwalbenschwanzzinnen, die direkt am Wasser liegt und dem Hafen der Gardasee-Flotte Schutz bot.

Bei dem Rundgang über die Wehrgänge und durch die Ecktürme haben wir ein Bild von dem ausgeklügelten Verteidigungssystem aus dicken Mauern, Treppen und Zugbrücken gemacht. Die Burg bietet einen Blick auf den Hafen von Sirmione, der ebenfalls von den Scaligern angelegt wurde. Der 47 m hohe Mastino-Turm im großen Hof war im Mittelalter Waffenkammer und Hauptgebäude der Militäranlage. Der Ausflugstourismus, in Form von tausenden von Tagesausflüglern, hat den Ort das ganze Jahr tagsüber fest im Griff.

Dann sind wir weiter nach Venedig gefahren – leider waren wir fast 1 Stunde beim Gastgeber angekommen, weil wir so viel Zeit in Sirmione verbracht haben.

Wir liefen dann zum Bus und fuhren die knapp 20 Minuten bis nach Piazzale Roma – dort ausgestiegen machten wir uns zu Fuß zum Rialtobrücke. Es war schon seit 20 Jahren mein Wunsch nach Venedig zu kommen und jetzt endlich war ich da!

Wir sind zuerst wie wahrscheinlich die meisten Touristen zum Rialtobrücke gelaufen und dann weiter bis zum Markusplatz - aber die Stadt war ziemlich voll und es gab nur links und rechts so viele Laden für Touristen.

Venedig war bis 1797 Hauptstadt der Republik Venedig und mit über 180.000 Einwohnern eine der größten europäischen Städte. Bis ins 16. Jahrhundert war sie eine der größten Handelsstädte, über die der Handel zwischen Westeuropa und dem östlichen Mittelmeer abgewickelt wurde. Venedig unterhielt die meisten Handels- und Kriegsschiffe. Ihr Adel profitierte vom Handel mit Luxuswaren, Gewürzen, Salz und Weizen. Venedig entwickelte sich zum größten Finanzzentrum und dominierte ein Kolonialreich. Nach französischer und österreichischer Herrschaft zwischen 1798 und 1866 wurde Venedig dann ein Teil Italiens und damit nie wieder von Betonung für Handel oder Finanz.

Venedig und seine Lagune stehen seit 1987 auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes. Venedig wurde eine der am häufigsten von Touristen aufgesuchten Städte der Welt mit ca. 30 Millionen Besucher im Jahr. Die Altstadt von Venedig setzt sich aus 118 Inseln zusammen, zwischen denen sich unterschiedlich breite Kanäle hindurchziehen.

Venedig besitzt ungefähr 175 Kanäle mit einer Gesamtlänge von rund 38 km. Die Hauptverkehrsader ist der Canal Grande, dazu kommen viele Wasserwege außerhalb des historischen Zentrums. Der Gezeitenunterschied betrug früher 60 cm. Durch ein System von Wasserregulationen wurde eine ständige Zirkulation gewährleistet, die die Stadt und das Wasser reinigte. In der Stadt gibt es 398 Brücken. Bis etwa 1480 waren sie überwiegend aus Holz, später wurden sie durch Steinbrücken ersetzt. Die Rialtobrücke war bis Mitte des 19. Jahrhunderts die einzige Brücke über den Canal Grande.

Der Markusplatz (italienisch Piazza San Marco) ist der bedeutendste und bekannteste Platz in Venedig, Italien und er ist 175 m lang und bis zu 82 m breit und ist der einzige Platz der Stadt, der die Bezeichnung piazza trägt. Die anderen Plätze Venedigs werden campi genannt da sie ursprünglich nicht gepflastert waren.

Der Platz ist geprägt von der Fassade der Markuskirche (Basilica di San Marco) mit seinem Campanile und wird umschlossen von den alten und neuen Prokuratien. In der Verlängerung durch die sogenannte Piazzetta reicht er bis vor den Dogenpalast und öffnet sich dort zum Wasser, dem Bacino di San Marco mit dem Beginn des Canal Grande. Der Platz ist, wie nahezu die gesamte Innenstadt, eine einzige große Fußgängerzone. Der „schönste Festsaal Europas“, wie Napoleon ihn nannte, wird von Touristen, Fotografen und Tauben bevölkert.