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Samstag, 8. Februar 2014

08 Feb – tiefGang - Vergebung mit Dr Martin Grabe


Dr Martin Grabe hat uns am Wochenende sehr systematisch und tiefgründig in das Thema „Vergebung“ hineingeführt. Besonders der Austausch über Erfahrungen mit gelungener Vergebung bei einer schweren zwischenmenschlichen Kränkung sowie noch bestehende Ärgernisthemen in unserem Leben haben uns weiter gebracht.

Wir haben drei Möglichkeiten kennen gelernt, bewusst mit subjektiv erlebtem Unrecht umzugehen: Verstehen, Relativierung und Ausgleich – wobei der Ausgleich durch Wiedergutmachung, durch Rache oder am besten durch Delegation des Ausgleichs geschehen kann. Delegation auf der spirituellen Ebene bedeutet, dass ein Mensch seine Racheansprüche an Gott abgibt. Damit ist er endlich die Verbindung zum Täter los, die in Rachefantasien und Forderungen nach Wiedergutmachung bestand und ihm immer weiter schadete. Voraussetzung ist Vertrauen in die größere Übersicht Gottes. Noch sind wir mitten in diesem Thema und dennoch hat Jesus schon viel Versöhnung zwischen einzelnen Menschen geschenkt.


Menschen vergeben einander - Bibeltext: 1. Mose 44,33 bis 45,8 - Die Vergebung Josefs

33 (Juda sagte:) Darum lass deinen Knecht hier bleiben an des Knaben statt als Sklaven meines Herrn und den Knaben mit seinen Brüdern hinaufziehen.
34 Denn wie soll ich hinaufziehen zu meinem Vater, wenn der Knabe nicht mit mir ist? Ich könnte den Jammer nicht sehen, der über meinen Vater kommen würde.
Josef gibt sich seinen Brüdern zu erkennen
1 Da konnte Josef nicht länger an sich halten vor allen, die um ihn her standen, und er rief: Lasst jedermann von mir hinausgehen! Und stand kein Mensch bei ihm, als sich Josef seinen Brüdern zu erkennen gab.
2 Und er weinte laut, dass es die Ägypter und das Haus des Pharao hörten,
3 und sprach zu seinen Brüdern: Ich bin Josef. Lebt mein Vater noch? Und seine Brüder konnten ihm nicht antworten, so erschraken sie vor seinem Angesicht.
4 Er aber sprach zu seinen Brüdern: Tretet doch her zu mir! Und sie traten herzu. Und er sprach: Ich bin Josef, euer Bruder, den ihr nach Ägypten verkauft habt.
5 Und nun bekümmert euch nicht und denkt nicht, dass ich darum zürne, dass ihr mich hierher verkauft habt; denn um eures Lebens willen hat mich Gott vor euch hergesandt.
6 Denn es sind nun zwei Jahre, dass Hungersnot im Lande ist, und sind noch fünf Jahre, dass weder Pflügen noch Ernten sein wird.
7 Aber Gott hat mich vor euch hergesandt, dass er euch übrig lasse auf Erden und euer Leben erhalte zu einer großen Errettung.
8 Und nun, ihr habt mich nicht hergesandt, sondern Gott; der hat mich dem Pharao zum Vater gesetzt und zum Herrn über sein ganzes Haus und zum Herrscher über ganz Ägyptenland.



Kleinigkeiten sind schnell vergessen. Hier brauchen wir eigentlich noch nicht das Wort Vergebung zu bemühen.
Bei schwereren Kränkungen und Verletzungen aber ist Vergebung ein Prozess, der übrigens in manchen Aspekten dem Prozess der Trauerarbeit gleicht. Der Anfang ist da, wo ein Betroffener spürt, dass er den Zustand ohne Vergebung nicht mehr will. Erst dann, wenn Menschen eine Sehnsucht nach einem Zustand ohne Groll haben, können sie vergeben. Diese Sehnsucht zu haben, ist gar nicht selbstverständlich. Ein Mensch, der verletzt wurde, durchläuft immer zunächst eine Phase, in der er sich selbst in seinem „gerechten“ Zorn in Gedanken aufwertet und den anderen herabsetzt. Wo grundsätzlich eine gute Beziehung besteht – wie in Freundschaften und Partnerschaften – kommt es darauf an, diese Phase bald wieder zu überwinden. Und beide Partner wissen auch schon während eines Streits, dass sie es eigentlich viel besser miteinander haben könnten. Der Wunsch danach taucht schnell wieder auf.

Bei manchen sehr schweren Verletzungen allerdings kann es nicht mehr darum gehen, dass ein Opfer sich danach sehnt, wieder ein tolles und liebevolles Verhältnis zu dem zu haben, der ihm Böses angetan hat, vielleicht Schaden fürs Leben zugefügt hat. Aber auch da beginnt ein Vergebungsprozess erst da, wo eine Geschädigte bzw. ein Geschädigter es satt hat, immer wieder von Hass- und Rachefantasien gegen den Täter heimgesucht zu werden. Hass bindet ähnlich stark wie Liebe. Und es geht in der Vergebung darum, die Kette, die ein Opfer an den Täter fesselt, (endlich) loszuwerden.

Grundsätzlich gibt es drei Wege der Vergebung, die ein Mensch beschreiten kann. Es sind:

Das Verstehen: je mehr ich über die Hintergründe dessen verstehe, was mir da gerade ein anderer angetan hat, desto weniger halte ich es für „reine Bosheit“. Wenn ich mich um Verstehen mühe, bleibt manchmal nur noch ein kleiner Rest, den ich wirklich vergeben muss.

Die Relativierung: wenn ich das Unrecht, das mir zugefügt wurde, dem Unrecht gegenüberstelle, das ich mir schon selbst in einer bestimmten Hinsicht geleistet habe, fällt mir das Vergeben leichter. Je stärker ich mich allerdings in einer Haltung der Selbstgerechtigkeit eingerichtet habe, desto weniger steht mir dieser Weg offen. Ein eindrucksvolles Beispiel für nicht gelungene Relativierung erzählt Jesus in Matthäus 18, 21 im Gleichnis von dem verschuldeten Verwalter. In diesem Gleichnis empfiehlt Jesus mehr, als eine innerweltliche Relativierung. Er schlägt vor, die gesamte, von Gott vergebene eigene Lebensschuld zum Relativieren zu benutzen.

Die Delegation: Gemeint ist die Delegation der gesamten Rechtssache, die ungeklärt und vielleicht unklärbar zwischen Menschen steht, an Gott. Voraussetzung ist Vertrauen in seine größere Übersicht und Gerechtigkeit, dass er für Recht sorgen wird, da, wo ich es selbst nicht mehr kann. Diese Möglichkeit steht Opfern sehr schwerer Verletzungen auch dann noch offen, wenn die beiden anderen Wege der Vergebung nicht möglich sind. In Römer 12,19 schlägt Paulus dieses Vorgehen ausdrücklich vor. Über den Weg der Delegation – vielleicht unterstützt von einem Seelsorger – haben schon viele Menschen Befreiung von negativen Gefühlen, Hass- und Rachegedanken gefunden, die sie zum Teil jahrelang verfolgt hatten.

Trotz allen Wissens um Vergebung - wo sie geschieht, ist es immer ein kleines Wunder. Eine kleine oder große innere Überwindung, ein Wollen ist immer nötig. Ich gebe immer etwas her. Und das geht leichter, wenn ich gerade verstehe, dass ich dafür Gottes Liebe eintauschen kann.

Näheres zu diesen Wegen der Vergebung findet man in dem Buch: Lebenskunst Vergebung

Sonntag, 11. Dezember 2011

11. Dez – Adventsfeier in Lübeck


In der Arche Lübeck haben wir heute Nachmittag unsere Adventsfeier gehabt. Einige Gäste waren sogar gekommen und der Gottesdienst war gut besucht. Auch den Basartisch hat einiges verkaufen können. Zwischendurch habe ich ein Video von Daniel Kallauch - Weihnachten ist Party für Jesus gezeigt und jetzt mitten drin auch eingebaut.

Ich habe über die Weihnachtsgeschichte aus der Sicht von der Engel Gabriel gesprochen

Gabriels ruhige Stimme offenbarte den drei Hauptpersonen in der Geschichte der Geburt Jesu eine spektakuläre Botschaft. Dem Zacharias: "Dein Sohn wird dem Messias dem Weg bereiten." Der Maria: "Dein Sohn, der von dir geboren wird, wenn Du noch Jungfrau bist, wird der Messias sein, der Sohn Gottes." Dem Josef: "Fürchte dich nicht, Maria zur Frau zu nehmen! Sie wird den Heiland gebären." Diese drei Botschaften bilden das Herz und die Hoffnung der Weihnachtsgeschichte.
Gabriel - hätte vielleicht so geredet

Ich bin einer der Engel, denen Gott sehr vertraut, und Er hat mich gelehrt, viele bedeutungsvolle Botschaften zu überbringen, aber keine läßt sich mit den drei Botschaften vergleichen, die ich im Zusammenhang mit der Geburt des Messias in Bethlehem überbracht habe - alle innerhalb einiger Monate.

Die erste war an Zacharias. Sie war eine Botschaft guter Nachrichten, aber er hat sie nicht als solche empfangen.

Er schien mir ein frommer Mann, ein alternder Priester zu sein, der seinem Gott mit Auszeichnung diente. Seine Frau, Elisabeth, war auch fromm. Die beiden waren ziemlich alt, und sie hatten keine Kinder. Aber diese Situation sollte sich ändern.
Gott beauftragte mich, Zacharias zu sagen, daß er und seine Frau bald einen Sohn haben würden, einen, der von Elisabeths Mutterleibe an mit dem Heiligen Geist erfüllt sein würde. Im Geist und in der Kraft Elias würde er der versprochene Vorläufer des Messias sein.

Am diesem bestimmten Tag verließ ich die Gegenwart Gottes und flog direkt nach Jerusalem. Dort im Tempel erschien ich dem Zacharias. Er war allein in dem Heiligtum, wo er Weihrauch darbrachte. In der Stille des feierlichen Ortes offenbarte ich meine Botschaft.

"Fürchte dich nicht, Zacharias! Gott hat deine Gebete erhört, und es gefällt ihm, sie zu beantworten. Du wirst Vater werden. Deine Frau Elisabeth wird einen Sohn gebären, und ihr werdet ihn Johannes nennen."

Das hätte eine Feier auslösen sollen. Sein Kind war bestimmt, vor Gott groß zu sein. Er würde dem Herrn viele Menschen bringen. Seine Geburt würde vielen unbegrenzte Freude bringen.

Aber der alte Priester glaubte mir nicht! Er sagte mir, sie seien zu alt, Kinder zu haben. Ich war schockiert! Eine solche Antwort hatte ich nicht erwartet.
"Ich bin Gabriel," sagte ich streng. "Ich stehe in der Gegenwart Gottes, und ich bin mit dieser Neuigkeit zu dir geschickt worden. Sicher würde er verstehen, daß ich direkten Zutritt zu Gott hatte, und daß ich mit dieser Botschaft gerade von Seinem Thronzimmer gekommen war.

Aber er glaubte mir nicht, und nichts gefällt Gott weniger als Unglaube. "Weil du nicht glaubst" sagte ich ihm, "wirst du bis zum Tag der Geburt deines Sohnes nicht sprechen können."

Sofort kehrte ich zu Gott zurück. Zacharias mußte dann versuchen, alles, was ihm passiert war, zu enträtseln.





Nur sechs Monate später gab Gott mir meine zweite Aufgabe. "Vielleicht wird die Aufnahme dieser Botschaft anders sein," dachte ich.

Diesmal war mein Ziel weder die Hauptstadt noch der schimmernde Tempel, sondern das malerische Dorf Nazareth im Süden Galiläas. Dieses verschlafene Dorf lag sehr abgelegen. Die Bevölkerung Israels hatte nichts Gutes darüber zu sagen, und sagten spöttisch: "Kann etwas Gutes aus Nazareth kommen?"

Ich sollte einem Mädchen namens Maria erscheinen. Das, was ich ihr zu sagen hatte, war so erstaunlich, daß ich wußte, ich müßte ruhig, aber überzeugend sein, und mein Handeln müßte bestimmt, aber sanft sein. Ich fand sie in einem bescheidenen kleinen Haus.

Ich sagte: "Sei glücklich, Maria. Gott hat Wohlgefallen an dir. Du bist eine der meist gesegneten Frauen auf Erden."

Ich konnte sehen, daß meine Gegenwart sie beunruhigte, aber es schien mir, daß mein Gruß sie mehr verdutzte, als daß sie sich fürchtete.

"Fürchte dich nicht, Maria!" fuhr ich fort. "Du hast Gnade bei Gott gefunden." Ich hoffte, daß dieses sie beruhigen würde. Dann sagte ich ihr, sie würde einen Sohn empfangen und gebären, und der Sohn würde Jesus heißen.

Ich hatte ihr soviel mehr zu sagen - daß ihr Baby groß sein würde, und daß Er der Sohn des Höchsten genannt würde, daß Gott ihrem Sohn den Thron ihres Vaters David geben würde, und daß Seine Herrschaft kein Ende nehmen würde.

Dann unterbrach sie mich. Ihr Gesicht sah verwirrt aus, und ich wußte, was ihr keine Ruhe ließ. Sie wollte wissen, wie sie schwanger geworden war, obwohl sie eine Jungfrau war. Das war eine berechtigte Frage.

Ich bin nicht ganz sicher, daß sie meine Antwort ganz verstand, aber ich erklärte, daß der Heilige Geist derart über sie kommen würde, daß sie schwanger werden würde. Das bedeutete, daß derjenige, der geboren würde, Gott und Mensch sein würde. Jene Botschaft enthielt die wichtigste Nachricht, die größte Offenbarung in der Geschichte.

Marias Antwort erleichterte mich. Sie glaubte! Sie wußte, daß bei Gott nichts unmöglich ist. Ruhig und voll Gnade akzeptierte sie Seinen Willen für sie. Wie stark hatte sich ihre Reaktion von der des Zacharias unterschieden.

Es blieb noch eine Botschaft übrig, die überbracht werden mußte. Diesmal eine an Josef. Maria war mit ihm verlobt. Aber jetzt war sie schwanger, und er verdiente es zu wissen, wie es sich ereignet hatte. Er mußte verstehen, daß es gesetzlich und annehmbar war, mit den Hochzeitsplänen fortzufahren.

Ich traf die Entscheidung, meine Botschaft im Traum zu überliefern. Ich erschien ihm auf einmal und sagte: "Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht! Deine geliebte Maria ist schwanger, aber sie ist dir nicht untreu gewesen. Das, was sie empfangen hat, ist vom Heiligen Geist Gottes. Sie wird einen Sohn bis zur rechten Zeit austragen. Wenn Er geboren wird, wirst du Ihn als deinen eigenen Sohn annehmen und ihn Jesus nennen, weil Er Sein Volk von ihren Sünden erretten wird."

Im Traum erinnerte ich Josef daran, was der große Prophet gesagt hatte: "Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie nennen Immanuel." Er sollte verstehen, daß es keinen Grund gab, Maria einen Scheidebrief zu geben. Sie hatte nichts Böses getan. Während er schlief, verließ ich leise das Zimmer, glücklich, daß ich von Gott als eine der zwölf Stimmen von Weihnachten gebraucht worden war.

Ich sagte allen dreien - Zacharias, Maria und Josef - "Fürchte dich nicht!" Diese Worte wurden später von den anderen Engeln verwendet, als sie den Hirten erschienen. Durch die Jahrhunderte haben Männer und Frauen, welche die Weihnachtsgeschichte gehört haben, herausgefunden, daß sie sich nicht mehr zu fürchten brauchen, denn sie kennen jetzt den Retter der Welt.

Sonntag, 25. April 2010

25. April - Josef: Umgang mit Unrecht


Heute morgen dürfte ich wieder in der Gemeinde Christus Gemeinde Barmbek-Nord predigen. Ich kam leider durch die Straßensperren für den Hamburg Marathon zu spät, aber die Gemeinde hat einfach der Lobpreis vor der Predigt gemacht.

Die Gemeinde hat eine Predigtreihe zum Thema Jospef. Am 28.03.10 gab es die erste Predigt von Regina Gaßmann mit dem Thema "Josef - Umgang mit Konflikten“ Dann am 18.04.10 hat Christoph Becker über "Josef - Umgang mit Versuchung" und diese Woche war ich nun dran mit "Josef – Umgang mit Unrecht"

Ich dürfte über die Geschichte von Josef im Gefängnis aus 1 Mose 39,20 – 1 Mose 41,40 predigen. Mir fiel es gar nicht so leicht über Josef und seinen Umgang mit Unrecht.

Wir können immer wenn uns Unrecht geschieht entweder spucken oder schlucken; also entweder uns rächen oder resignieren. Wobei ich bei Josef weder noch sehen. Er wird nicht im Gefängnis hart oder verbittert und er wird nicht depressiv oder gibt auf. Und das obwohl er praktisch zwischen seinen 18. und 30. Lebensjahr entweder im Gefängnis bzw. Sklave war.

Ich habe die Josefgeschichte mehrfach gelesen und viele Kommentaren und Predigten mir angeschaut aber eine richtige geniale Antwort auf die Frage warum Josef so gut mit Umrecht umging könnte, wollte mir nicht einleuchten.

Mehrere Faktoren spielen wie so oft eine Rolle. Ersten: Josef hatte eine klare Berufung und Vision für seinem Leben durch die zwei Träumen die er als junge Mann hatte und seinen Brüder und Eltern erzählte. Eines Tages sollten seinen Brüdern und Eltern sich vor Josef beugen. Das gab Josef bestimmt immer Hoffnung und Zielrichtung auch in schwere Zeiten.

Josef hatte einen starkes Glauben an seinem Gottes und wollte niemals einen Unrecht gegen Gott tun – das gab Josef Werte und einen Moral das ihn davon abhielt sich unfair zu rächen oder zu resignieren.

Hier kannst du die Predigt hören

Sonntag, 13. Dezember 2009

13. Dez - Adventsfeier über Simeon


Habe zwei verschiedene Adventsfeiern gehabt. Morgens in der Arche Lübeck und nachmittags in der Seniorenresidenz in Vaale.

Dabei habe ich von Simeon aus Lukas 2,25-35 gesprochen.

Simeon, der sich nach Frieden sehnte, fand ihn in der Gestalt eines Babys - in Gottes verheißenem Fürst des Friedens. Nachdem er dieses Kind - die Rettung Gottes - gesehen hatte, freute er sich, daß er jetzt in Frieden sterben dürfte. In einem Ausbruch des Lobes prophezeite er, daß diese Rettung alle Völker der Welt einschließen würde.

Die Geschichte habe ich aus der Sicht von Simeon versucht zu erzählen

Ich war so müde, daß ich sterben wollte. Mein Land war im Chaos, und mein Volk war von Sünde und Rebellion gegen den Herrn durchdrungen. Ich sehnte mich nach Rechtschaffenheit - und am allermeisten nach Frieden.

Wir waren ein besiegtes Volk, den Römern unterworfen. Vor sechzig Jahren, als General Pompejus in unser Land einmarschierte und es unterwarf, wußten wir, daß wir einer kultivierten Militärmacht zum Opfer gefallen waren. Die Römer dominierten unser Land. Sie errichteten Lager, Festungen und Häfen. Niemand mochte sie. Wir wünschten uns, daß sie nicht hier wären, aber offensichtlich hatten sie vor, hierzubleiben.

Erstaunlicherweise behandelten sie uns in vielerlei Hinsicht mit Respekt. Sie erlaubten uns, unsere Religion auszuüben und Synagogen zu bauen. Wir waren vom Dienst im römischen Heer befreit, und sie zwangen uns nicht dazu, den Sabbat zu verletzen. Auf der anderen Seite vergewaltigten sie unsere Frauen, und sie demoralisierten unser Volk. Es gab keinen Frieden in unserem Land, und solange die Römer da waren, würde es keinen geben.

Aber ich hatte meine Hoffnungen nicht aufgegeben. Inmitten all dieser Dunkelheit, Erniedrigung und Verzweiflung gab es eine kleine Gruppe von Männern und Frauen, die sich auf den Tag der Befreiung Israels von den Römern freute. Gott hatte versprochen, uns Segen, Trost, Freude und Friede zu sein in der Person des Messias. Die Unterdrückung stärkte unser Sehnen nach demjenigen, der uns befreien würde. Wir nannten diese Sehnsucht "Das Warten auf den Trost Israels."

Ich war nur ein normaler Mensch - kein Priester - nicht einmal ein Levit. Sowohl im Tempel als auch unter dem Volk bekleidete ich kein wichtiges Amt. Aber anderen gegenüber war ich ehrlich, und die Aufgaben, mit denen Gott mich beauftragt hatte, erfüllte ich pflichtbewußt.

Die Traurigkeit, die ich für mein Volk empfand, war so tief und schmerzhaft, daß ich Gott um etwas Besonderes bat: "Bitte laß mich nicht sterben, bis ich den verheißenen Messias gesehen habe! Laß mich bitte die Rettung Israels sehen!" Dann gab mir der Heilige Geist ein bedeutungsvolles Versprechen: "Du wirst nicht sterben, bis du Ihn siehst."

Eines Tages fühlte ich mich zum Tempel hingezogen. Ich hatte nicht vor, an diesem Tag dazusein, aber bald befand ich mich in dem Hof des Tempels.

Während ich da war, fiel mir besonders ein junges Ehepaar mit ihrem Baby auf. Ich ging ihnen entgegen. Offensichtlich waren sie zur Reinigung der Mutter und zur Darstellung des Kindes da. Oft sah man Eltern, die ihr Kind dort für diesen Anlaß hinbrachten.

Auf einmal wußte ich - irgendwie wußte ich - dieses Baby war der Messias. Nur der Geist Gottes hätte mir das offenbaren können.

Ich sah ihr in die Augen und sagte: "Liebe Schwester, dürfte ich dein Kind halten?" Nach einem schnellen Blick zu ihrem Mann nickte er ihr bejahend zu. Sie sah mich an und gab mir behutsam ihr Baby. Ich nahm Ihn in die Arme und hielt Ihn an meine Brust. Ich vergoß Freudentränen.

Mit beiden Händen hielt ich Ihn hoch, und ich fing an, Gott zu preisen: "Herr, jetzt läßt Du Deinen Diener in Frieden, Deinem Wort nach, verscheiden, denn meine Augen haben Deine Rettung gesehen."

Bis zu diesem Tag fühlte ich mich wie ein Diener, dessen Herr ihm gesagt hatte, er sollte zu einer hohen Stelle gehen und auf das Erscheinen eines besonderen Sternes warten. Während einer sehr dunklen Nacht, durch lange, ermüdende Stunden, hatte ich aufgepaßt, und endlich hatte ich den Stern gesehen.

Ich wußte, daß dieses Baby die Rettung Gottes war. Mitten in meinem Lob zeigte mir Gott etwas Neues. Sein Licht, Seine Rettung, würde über die jetzige Unterdrückung des jüdischen Volkes hinausscheinen. Sein Licht würde so hell scheinen, daß alle Nationen es sehen würden.

Nach meinem Gebet merkte ich, daß meine Tränen meinen Bart durchnäßt hatten. Ich gab der Mutter ihr Kind zurück. Beide Eltern sahen erstaunt aus. Vielleicht waren sie überrascht und erfreut, daß Gott mir dieses Geheimnis offenbart hatte. Vielleicht war es, daß mein Lobgesang ihnen ein besseres Verständnis der göttlichen Majestät ihres Babys gegeben hatte.

Sie stellten sich als Josef und Maria vor, und ihr Baby hieß Jesus. Sie erzählten mir von der Botschaft des Engels an Maria über die Empfängnis des Kindes. Sie erzählten mir auch von der Zuversicht, die ein Engel Josef gegeben hatte. Sie sprachen von Jesu Geburt in Bethlehem und von den Hirten, die kamen, um Ihn anzubeten. Sie erzählten auch von der Botschaft der Engel an die Hirten - von der Verkündigung, daß Jesus in Bethlehem geboren worden war.

Wir sprachen von herrlichen Dingen. Aber Gott gab mir dann eine Botschaft für das Ehepaar, welche die andere Seite der Lage zeigte. Die Rettung, welche das Kind bringen würde, würde einen hohen Preis kosten. Es würde sämtliches Böse, das in den Herzen böser Menschen hervorbringen. Und das Leiden, das Maria immer wieder miterleben würde, würde in ihr Herz wie ein Pfeil eindringen. Dieses Kind, Jesus, würde einigen ein Hindernis sein, aber anderen würde es ein Sprungbrett sein.

Ich hatte im Leben Ausschau nach Frieden gehalten, und da ich jetzt wußte, daß ich bald sterben würde, erwartete ich den selben Frieden. Das Land, in dem ich wohnte, war ein friedliches Land, und die Zeit war nicht friedlich. Aber trotzdem konnte ich eine Stimmen von Weihnachten sein - die Stimme des Friedens - denn an dem wunderbaren Tag im Tempel hielt ich den Einzigen, der echten Frieden auf die Welt bringen konnte. Endlich, nachdem ich Ihn gesehen hatte, war ich bereit, in Frieden zu sterben.

Hier kannst die Predigt aus Lübeck auch hören

Freitag, 9. Oktober 2009

09. Okt - Vorbilder des Glaubens - Heb 11


Wir haben heute beim Hauskreis in Vaale Hebräer 11 und die Vorbilder des Glaubens durch genommen

Hebräer 11, 1-2 Was aber heißt: Glaube? Der Glaube ist die feste Gewißheit, daß sich erfüllt, was Gott versprochen hat; er ist die tiefe Überzeugung, daß die unsichtbare Welt Gottes Wirklichkeit ist, auch wenn wir sie noch nicht sehen können. (Wörtlich: Es ist aber der Glaube ein Unterpfand für Gehofftes und ein Überführtsein von Dingen, die man nicht sieht.) Unsere Väter lebten diesen Glauben. Deshalb sind sie Vorbilder für uns.

In der Bibel gibt es viele Geschichten von Menschen, die im Glauben an Gott gelebt haben. Es wird sogar gesagt, dass diese Geschichten uns zum Vorbild geschrieben sind.

Im Hebräer 11 werden "Zeugen des Glaubens" genannt und dem Christen ans Herz gelegt.

Es wird auf Menschen Bezug genommen, die mit Gott unterwegs waren, die ihr Vertrauen in diesen Gott gesetzt haben und damit ihre Erfahrungen machten.

Berühmte Namen bekommen wir zu hören: Abel, Hennoch und Noah, Abraham und Sara, Isaak, Jakob, Josef und Mose.

Gott will uns persönlich heute ein Stück weiterführen durch das Beispiel und das Leben dieser Menschen.