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Dienstag, 17. Juli 2012

17. Juli – Tag 8 in der Klinik

Langsam kommt Routine in dem Alltag hier in der Klinik. Man wird zwischen 6:30 und 7:00 geweckt. Die Schutzklappe vor dem Augen wird abgenommen während man noch im Bett liegt. Dann kommen zwei verschiedene Tröpfchen und eine Salbe in den Augen. Das wird um 10, 13, 16 und 19 Uhr wiederholt – also alle 3 Stunden.

Frühstück kommt gegen 8.30 herum und man wird irgendwann zwischen 10 und 11 zur Visite aufgerufen. Dort wird besprochen was als nächstes gemacht wird. Heute hieß es warten und den Körper seiner Arbeit machen lassen. Es braucht halt eben Zeit bis alles heilt.

Es gibt Mittagessen gegen 12 und dann meistens nur noch Langeweile. Heute wurde ich überraschende gegen 14:30 ein zweites Mal zur Visite aufgerufen. Frau Professorin Klemm wollte mein Augen wieder persönlich anschauen.

Sie ist zufrieden mit der Luftblase die sie gestern mir in mein Auge gespritzt hat obwohl der Vorderkammer immer noch viel zu flach ist. Mein Druck ist immer noch zwischen 2-4.

Also ganz bin ich noch nicht über den Berg, Frau Klemm erzählte, dass wenn der Druck nun endlich ansteigt, kann es manchmal viel zu stark anstiegen und weitere Komplikationen verursachen. Deshalb darf ich weiter geduldig warten und hier blieben.

Ich versuche die Zeit hier gut zu nutzen. Ich lerne jeden Tag zwei Einheiten vom Spanisch online – vorgestern hatte 90% bei dem Abschlusstest – heute nur 79% da ich bei einer Aufgabe (Satzbau) total daneben lag. Endlich habe ich alle Beträge im Blog geschrieben und bin nicht mehr im Vorzug.

Heute gab es keinen Besuch. Stattdessen bin ich selbst zwischen 19 und 20 spazieren gegangen. Dabei habe ich mit meinen Großeltern, Kevin und meine Mutter telefoniert.
Abends habe ich mir ein paar weitere Folgen von Top Gear eingezogen. Ich habe so lachen müssen, aber laut darf ich nicht lachen – da meine beiden neuen Zimmerkollegen schon schliefen. Es tat fast weh nicht zu los zu brüllen

Dann gegen Mitternacht lege ich mich hin und penne meine 6,5 Stunden. Am nächsten Tag geht alles dann von vorne los.

Gestern Abend bin ich nur exakt eine Woche auf meinem Zimmer schon. Denn ich habe für 15 Euro für eine Woche WLAN hier in der Uni-Klinik bezahlt und gestern ging es nicht mehr. Also meine 168 Stunden waren um. Dieses Mal habe ich für 5 Euro erneuert 24 Stunden gekauft. Ich hoffe am Donnerstag raus zu kommen und das wären nur 10 Euro statt 15 Euro um hier Internet für die Restzeit zu haben. Das ist mir es wert.

Montag, 16. Juli 2012

16. Juli – Zweite Augen OP

Frau Professor Klemm schaute meinem Augen heute Morgen an und beschloss sofort etwas zu unternehmen.

Da mein Vorderkammer seit dem OP am Donnerstag flach ist und nicht gewölbt, wollte sie mit einer Spitze Luft im Augen tun.

Also bekam ich wieder einen OP Hemd und da habe ich gewartet bis der Pfleger, Lukas, kam um mich und mein Bett abzuholen.

Dieses Mal sollte ich nur eine örtliche Betäubung bekommen und damit habe ich alles was passiert ist mitbekommen.

Letztes Mal durch die Vollnarkose hatte ich nichts gemerkt. Dieses aber alles.
Ich wurde zuerst auf einem OP Tisch umgebettet und dann wurde mein ganzes Gesicht desinfiziert. Danach wurde mein Augen betäubt, gespült, wieder betäubt, und dann mit irgendeinem Gell bedeckt. Auch mein rechter Auge wurde bedeckt, so dass ich praktisch Blind dort auf dem Tisch lag.

Dann wurde ins OP geschoben und Frau Professorin Klemm bedeckt meinem Gesicht mit zwei verschiedene Tücher, sodass nur noch mein linker Augen sichtbar war.

Plötzlich richtete sie ein sehr helles Licht auf das Augen und spreizte meinem Auge mit einem Metall Gerät auf.

Die Spitze wurde ins Vorderkammer der Augen eingeführt und ein kleines bisschen Luft eingepumpt. Damit meinem Augen Vorderkammer nicht mehr flach sondern wieder rund wird.

Also die OP dauerte 2 Minuten höchstens. Die Vorbereitung dafür gut 25 Minuten.
Ich habe gut 10 Minuten auf Lukas, der Pfleger warten dürfen bis ich wieder in meinem Bett klettern dürfte und dann war ich wieder auf meinem Zimmer. Ich warte keine 45 Minuten weg.

Morgen werden wir wissen, ob diesen Eingriff etwas gebracht hat oder nicht.
Ich habe das Bild hier miteingestellt wie ich direkt nach dem OP aussah. Fast wie einen Indianer mit Kriegsbemalung und einen Augenklappe.

Meine Mutter macht sich enorme Sorgen und wie telefonieren fast jeden zweiten Tag – trotzdem macht es ihr mehr zu schaffen als mir.

Die Überraschung des Tages war ein längeres Telefonat mit Maggie, meine „Adoptivtochter“ die zuerst in England lebt und jetzt in Kalifornien eine Bibelschule besucht.

Wann wichtige Entscheidung anstehen darf ich Coach und Berater sein. Ich hoffe, dass ich gute und weise Fragen gestellt habe und vielleicht auch ein paar gute Ratschläge weitergegeben habe.

Mona kamen heute wieder und brachten Melina und Julian mit. Die beiden waren am Wochenende in Wermelskirchen bzw. Köln und Leverkusen und haben dort Familie Siebel besucht.

Wir haben auf dem Balkon vor meinem Zimmer länger gesprochen und dann ging es ab in den Park für einen Spaziergang. Es ist erstaunlich aber Julian und Melina können immer auf einem Spielplatz viel Spaß haben. Das war sehr schön zu erleben.

Freitag, 13. Juli 2012

13. Juli – Tag 4 in der Klinik

Heute Morgen um 6:30 wurde meinem Augenverband abgenommen und auch die Katheter wurde entfernt. Dann um 8 ging ich hin zur Visite und Frau Dr. Klemm nannte meine linke Augen „kompliziert“.

Offenbar ist der Augeninnendruck nun viel zu niedrig und damit kann ich wirklich alles nur ganz verschwommen und doppelt sehen.

Die Lustblase unter der Linse hatte dich geteilt und auch das ist nicht ganz so pricken.

Also darf ich das Wochenende hier bleiben und bekommen zwei verschiedene Tropfen plus einen Wundsalbe alle 4 Stunden ins Auge.

Ich darf heute nicht lesen und deshalb hörte ich den ganzen Vormittag nur mein Audiobuch über Nelson Mandela.

Um endlich wieder duschen zu können bekam ich von einer Krankenschwester eine Abdeckung für meine linken Augen. Ich fühle mich als ob ich eine Taucherbrille für nur einen Auge hatte.

Bei der zweiten Visite gegen 12 Uhr war mein Auge nicht viel besser also wird die Therapie weiter geführt.

Dazu kommt dass ich im rechten Augen mit Tropfen begonnen habe um den Druck dort zu senken.

Das Personal hier ist echt freundlich und kompetent. Die Schwestern sind fast alle lieb, aber ich habe eine Ähnlichkeit mit Lehrkräfte beobachtet. Nämlich je älter desto unfreundlicher.

Hier nur ein kleines Beispiel. Meine Hautsalbe ist fast leer und ich hat eine Schwester ob es möglich wäre eine neue Dose zu bekommen. Die jüngere Krankenschwester sagte sofort kein Problem und griff zum Hörer um bei der Apotheke anzurufen. Die ältere Krankenschwester begann einen Vortrag zu halten wie ich lange Zuhause sind würde, bevor die Salbe überhaupt ankäme. Frühstens Montag wahrscheinlich aber erst am Dienstag darf ich mit der Salbe rechnen. Sie klagte schon über so viele Medikamenten die herum liegen würden von Patienten die nicht mehr da waren als sie endlich ankam.

Nun zwei Stunden später war meine Salbe da und ich habe mich sehr herzlich bei dere jüngere Schwester bedankt!

Nachmittags habe ich fast ausschleißend Fernsehen online geschaut. Da der Arzt sagte ich darf so viel TV schauen wie ich wollte. Dabei habe ich nun auch die 3. Stafel von Community durch.

Das Highlight des Tages war der Besuch meine Kinder. Kevin, Mike und Mille waren gegen 17.30 gekommen und bleiben bis 19 Uhr. Komisch bisher war es immer umgekehrt – ich habe die Jungs im Krankenhaus besucht und nicht sie mich.

Mittwoch, 11. Juli 2012

11. Juli – Tag 2 in der UKE

Also heute operiert Frau Dr. Klemm nicht und deshalb habe ich den ganzen Tag im Grunde hier nur im Zimmer gesessen und in meinem Blog geschrieben und gut 18 Folgen von Community angeschaut.

Gegen 10 Uhr gab es einmal kurz Visite und um 15 Uhr habe ich einen Sehfeldtest wieder gemacht. Sonst war absolut hier gar nichts für mich los.

Mona kam gegen 19 Uhr und blieb bis 21 Uhr. Sie hat Süßigkeiten mitgebracht und sie war eindeutig das Highlight des Tages für mich. Wir sind spazieren gegangen in dem Eppendorfer Park direkt neben den Universitätsklinik Eppendorf (UKE).

Ich komme morgen als vorletzter dran beim OP – d.h. mein OP wird gegen 12:20 Uhr sein. Vielleicht ein bisschen früher. Was mir nicht gefällt ist dass ich bis dahin nicht essen darf, da ich einen Vollnarkose bekommen werden.